Archiv für die Kategorie ‘汉语’

Wenn ihr’s unbedingt wissen wollt

16. Mai 2009

hanyu

In letzter Zeit  kommt man wohl häufiger über google-Suchen nach bestimmten chinesischen Schriftzeichen auf mein blog. Nagut, ich will ja nicht so sein. Hier mal zwei Antworten auf kürzlich gestellte Anfragen:

„chinesisches Zeichen November“

Es gibt nicht einfach ein Zeichen für November. Es sind nämlich drei:

十一月

„shíyīyuè“ (zehn-eins-Monat)

.

„chinesisches Zeichen für Gefühl“

Da gibt’s mehrere Sachen. Der Einfachheit halber mal hier das unkomlizierteste:

„xīn“

.

So. Anstatt aber auf meinem blog nach Zeichen zu suchen, die ihr hier nicht finden könnt, geht doch lieber auf Leo gucken. Tolles online-Wörterbuch für Englisch, Spanisch, Italienisch, Französisch und eben auch Chinesisch. Ist das ein Tipp, oder was? Fröhliches Zeichensuchen!

Baby, baby, wo ai ni!

26. Februar 2009

zhou-jielunEs ist immer wieder komisch, welcher Doppelmoral man sich doch manchmal selbst bewusst sein kann – und das aber gar nicht so schlimm findet.

Mittlerweile ist man da nämlich rausgewachsen: Aus diesem ganzen oberflächlichen Popgeschnulz mit „Baby baby baby yeah I love you baby baby baby you’re the only one…“; Melodien, die aus drei Tönen bestehen; Sänger, die mittlerweile jünger sind als man selbst und stolz von ihren ersten Intimerlebnissen in der BRAVO berichten; Texte, die den Inhalt eines Flaschenetiketts haben und vor allem übertrieben leidende, liebende und verzweifelte Gestiken beim Auftritt. Nä. So Boybandkram geht gar nicht mehr.

Und dann sitzt man mit Pizza und Nektarine vor dem Fernseher und wird auf einmal wieder ganz Mädchen. Mit glühenden Wangen und hüpfendem Herzchen und ganz viel Fernweh. Und dann will man dahin, was einem der Konzertmitschnitt auf DVD so eindrucksvoll präsentiert. Rein in die quiekende und hüpfende Menge, Leuchtstäbchen schwenken, Liedtexte mitlallen und aufjauchzen, wenn das chinesische Teenieidol Jay Chou in die Masse aus tausenden von Fans winkt und man sich sicher ist, dass er nur einen selbst gemeint haben kann.

Dann malt man sich aus, wie man mit Zöpfchen und rosa Schminke das Mädchensein genießt. Solange, bis man es geschafft hat, die Texte zu übersetzen und sich fragt, was an „Baby baby baby yeah I love you“ eigentlich so aufregend ist, dass das alle singen müssen.

Hühnergeschichten IV

28. November 2008

Huhn 1 und Huhn 3 sitzen mit ausgestreckten Beinen auf dem Flur vor ihrem Kursraum und überlegen, wie sie die halbe Stunde bis zum Unterrichtsbeginn rumkriegen können.

Huhn 3: (holt schwungvoll ihr Chinesisch-Buch aus der Tasche) So, los! Wir lesen jetzt einfach mal ein paar Dialoge.

Huhn 1: Au ja! Fang an!

Huhn 1 und 3 lesen nicht gerade fehlerfrei, dafür aber umso motivierter den Dialog aus einer einfachen Lektion.

Huhn 3: (flüstert verhalten) Oh nein!

Huhn 1 schaut auf und entdeckt ein Mädchen, das die beiden Hühner argwöhnisch mustert. Als es anfängt, sich mit seinen Freundinnen zu unterhalten, atmet Huhn 3 erleichtert auf.

Huhn 3: Puh, ‘ne Russin. Na, dann weiter!

Huhn 1 und Huhn 3 blättern weiter und nehmen sich eine mittelschwere Lektion vor.

Huhn 3: (erschrocken) Oh, psssst!

Huhn 1: (hält mitten im Satz inne und starrt ein anderes Mädchen an, das den Gang entlang kommt) (flüstert) Das muss keine Chinesin sein!

Huhn 3: Man weiß ja nie. (wartet kurz) Okay, sie ist weg. Weiter!

Huhn 1 und Huhn 3 sind inzwischen bei einer schwierigen Lektion angelangt und brabbeln sich wacker durch die verschiedensten Töne. Beide sind gerade so richtig in Fahrt, als schallendes Gelächter am Ende des Ganges die beiden Lernhennen aufsehen lässt. Zwei asiatisch aussehende Jungs verschwinden sichtlich amüsiert ins Treppenhaus.

Huhn 3: (entschlossen) Okay, jetzt reichts! (packt energisch ihr Buch weg)

Huhn 1: (versabschiedet sich traurig von dem Gedanken, ein Chinesisch-Genie zu sein)