„Einen Augenblick lang erweicht sie ein versteinertes Herz, und oft versteinert sie ein sanftes Herz fürs ganze Leben.“
(J. E. Poritzky)
„Einen Augenblick lang erweicht sie ein versteinertes Herz, und oft versteinert sie ein sanftes Herz fürs ganze Leben.“
(J. E. Poritzky)
Ein riesiger Garten und mittendrin saß Sie.
Umgeben
von den angepflanzten Kartfoffeln, die Sie nicht so gern mochte, aber um die Sie sich kümmern musste, um über den Winter zu kommen. Um lagern zu können – für später.
Von Erdbeersträuchern, zu deren Pflege Sie sich selten aufraffen konnte, aber über die Sie sich am meisten freute, wenn Sie es doch einmal schaffte und welche ernten konnte.
Von dem Kirschbaum, in dessen Ästen Sie so gern saß und naschte.
Und von Blumen. Keine war die schönste, denn sie waren alle unvergleichlich und so wundervoll, dass es kein Wort gegeben hätte, das ihre Ausstrahlung angemessen beschrieb. Es machte noch nicht einmal Arbeit, sie zu pflegen, denn es war das Schönste, was es in dem Garten zu tun gab. Wenn Sie bei ihnen war, oder ihnen vom Kirschbaum aus zuwinkte, strahlten sie. Jede in einer anderen Farbe, aber alle hell und warm.

Aber auf einmal konnte Sie das alles nicht mehr sehen. Ein flauschiger Teppich hatte sich über den Garten gelegt und verhüllte ihn fast vollständig. Nur ab und zu drang ein zaghaftes Leuchten der Blumen nach außen oder ein ganz gewagter Kirschbaumast bahnte sich seinen Weg an die Oberfläche.
Sie lächelte, denn der Teppich war warmblau und roch so wundervoll nach Wildwasser. Ihn zu berühren musste sich anfühlen, als ob man in dem weichsten Wolkenkissen versinken würde.
Sie weinte, denn Sie durfte ihn nicht berühren. Wenn sie ihre Finger nach ihm ausstreckte, kam ihr eine flauschigwollige Hand entgegen, aber zog sich kurz bevor Sie sie hätte spüren können, wieder in sich zurück.
So vergingen Tage und Wochen. Sie vermisste ihren Garten, aber traute sich nicht, den wertvollen Teppich einfach aus ihrem Reich zu verbannen.
Eines Abends jedoch fasste Sie einen Entschluss. Sie stand auf und begann zu fegen. Sie trieb den Teppich zusammen, bis er immer kleiner wurde. Schließlich war er so klein, dass Sie ihn greifen und in ihren Händen zu einer festen Kugel formen konnte. Sie grub ein Loch in den Boden des Gartens, ließ die Kugel hineingleiten und schüttete lockere Erde darüber, die sie festklopfte, als das Loch wieder komplett aufgefüllt war.
Sie weinte eine Träne und kletterte auf den Kirschbaum.
Du bist…
- – - – - Im Niemandsland
- – - – - Der dunkelblauen Einsamkeit
- – - – - Im Stich; voller Zweifel
- – - – - – - – - – - An sie
Du bist…
- – - – - Kilometerweit entfernt
- – - – - Vom Horizont und dem Gipfel
- – - – - Zurückgeblieben; verraten
– - – - – - – - – - Von ihr
Du bist…
- – - – - (Warum hat sie das gemacht?
- – - – - Dich getreten und gehasst
- – - – - Die Blumen in den Staub geworfen)
– - – - – - – - – - So Falsch