
Nach zwei Jahren hieß es endlich wieder „Augen zu und oben durch„, was eigentlich auf den U-Bahntunnel bezogen war, der diesmal gar nicht so überfüllt schien, was sicherlich daran lag, dass wir länger an der Gaderobe anstanden… aber von Anfang:
Das erste Mal anstehen in einer Reihe, die durch eine Straße und eine Ampelphase unterbrochen wurde.. Das erste Mal eine kleine Flasche Volvic mit ins Konzert schmuggeln, ohne dass wilde Taschendurchsuchgrabbelfingerchen sie mir wegnehmen konnten.
Zweimal Vorband. Zweimal Bühnenumbau. Zweimal mehr Beine in den Bauch stehen. Und dann: zum zweiten mal Sunrise Avenue live sehen! Die finnischen Jungs um Samu, Rikku, Raul und… Ikea und Aldi Nord (ja, Namen lernen ist auch nach einigen Jahren genauso schwer wie am Anfang, deswegen bleibe ich ersatzweise mal bei diesen typisch skandinavischen Männernamen) sind auf der Bühne wirklich ein musikalischer wie entertainiger Hochgenuss. Einigkeit und Recht und Freiheit, Freude schöner Götterfunken, Beatboxing, No Woman No Cry, Handtücher ins Publikum, „I say Pop you say Gasm“ – alles dabei gewesen.
Leider auch zum zweiten Mal: eine dämliche Anmache vom Quietschemädel neben mir („Kannste mal weiter nach hinten gehen, ich steh nicht so auf Körperkontakt“), die aber trotz aller Frechheit immer noch nicht jenes erste Mal bei einem anderen Live-Künstler von vor ungefähren fünf Jahren topt („Könnt ihre mal bitte leiser mitsingen?“).
Überraschung des Abends war aber, dass der eine Song des neuen Albums, der mir seltsamerweise fehlt und mir deshalb bis gestern unbekannt war, spontan mein neues Lieblingslied von der Scheibe wurde. Geschmacksprobe?
I’ve been wanting to die
Just so you know
Trying to show them all
how I’m alone
I’ve been hating my bedroom in the night
Take your love and leave me behind
Realize we’re mistaken
I don’t need to be torn down
Not again Not again
Ikea, Edeka, Aldi Nord und Reichelt – und wie sie alle heißen mögen: Kommt bald wieder. Dieses Fairytale endete nicht bad, obwohl es Feitag, der 13. war.
Es ist immer wieder komisch, welcher Doppelmoral man sich doch manchmal selbst bewusst sein kann – und das aber gar nicht so schlimm findet.


