Archiv für die Kategorie ‘Nervig’

Verfrühte Vorfreude

27. Mai 2009

sommer

Es ist Zeit für:

Sonnencremeduft; komische Frisuren, die den Scheitel verdecken, Betacarotin, Sangria im Straßencafé, stickige Uniräume und eine angenehm kühle Wohnung, Ballerinas von Görtz17, Sommersprossen auf der Schulter.

Oh, es hat geregnet und ist wieder kalt geworden. Hm, naja. Dann eben doch nicht.

Warum man Menschen hassen kann

14. Mai 2009

Der pubertäre Junge neben mir in der U-Bahn, der auf mich zeigt und mit der anderen Hand eine eindeutige Geste über seinem Schritt macht.

Die autoritäre Dame vor mir beim Bäcker, die die nette Verkäuferin grundlos in alter Lehrerinnenmanier anschnauzt, weil diese nicht Gedanken lesen kann.

Die sonnenbebrillte Mittvierzigerin mit königlichem Verhalten, die mir und meinem Einkaufswagen im Weg steht und mich – den Pöbel – zur Seite wegwinkt.

Der strebsame Student im Unikurs, der keine Ahnung hat und trotzdem andere unterbricht und seine erdachten Antworten in den Raum brüllt – jedes Mal und immer wieder die falschen.

Ich muss euch nicht schlagen, euch treten oder theatralisch vor euch mit den Augen rollen. Ich will euch nur sagen: Ihr seid der Grund dafür, warum es Misanthropen gibt.

Bis obenhin

14. April 2009

schuhe

Ich mag es gar nicht, im Moment keinen Kopf für meine Lieblingsdinge zu haben. Da ist mein Stück vorangekommen und muss sich nun mit dem Neuen bekanntmachen, darf dabei die alten, noch laufenden Aufgaben nicht vergessen, und die in den Urlaub geschickten muss man wieder hervorkramen. Das Einkaufenmüssen wird nach hinten verschoben, der Bauch füllt sich gerade eh mit was anderem als essen. Da der Kopf voll ist, wurden Gefühle nach unten verlagert.
Bloggen, Bücherbloggen und Blogslesen, E-Mail-Wartende beruhigen, zum Grillabend Ja sagen. Ich würd’s so gern.

Zeit hat man nicht, Zeit nimmt man sich.
Stimmt. Aber einen Kopf kann man sich nicht nehmen. Den hat man nur. Und ich gerade nicht.
Ich hoffe, die Phase der neuen Rhythmisierung ist bald überwunden. Und dann hab ich wieder einen.

Schlag doch mal einer die Frau vom Star

16. März 2009

Nach „Schlag den Raab“ nun also auch „Schlag den Star“. Dabei wollte man bei der Premierensendung am vergangenen Freitag doch eigentlich wem anders mal eben eine ‘runterhauen.

Aber mal von vorn: Das erfolgreiche Konzept von „Schlag den Raab“, das auch Nicht-TV-Total-Gucker bis spät in die Nacht hinein vor den Fernseher zu fesseln versteht, wird einfach ein bisschen abgeändert, verkürzt und dann „Schlag den Star“ genannt, bei dem Stefan Raab selbst nun moderiert und immer wieder ein neuer Promi gegen einen Normalsterblichen in verschiedenen Sport-, Geschicklichkeits-, Glücks- und Wissenspielen antritt. Wenn der Promi gewinnt, gibts Anerkennung und Steigerung des Egos um drei, vier Einheiten. Wenn der Normalo gewinnt, gibts Kohle. (Da will man ausnahmsweise wohl mal nicht der Promi sein)

Am Freitag, den 13. März, gabs dann das erste mal die Neuauflage im TV zu sehen – und zwar mit Stefan Effenberg als zu schlagender Promi und einem gewissen Oliver (oder hieß er anders?) als Normalo.
Ach ja, und noch jemand stand ständig im Fokus der Aufmerksamkeit (oder schlängelte sich laut kreischend und wild gestikulierend hinein): Frau Sowieso Effenberg, die im Publikum saß und „fast spucken musste“ vor Aufregung, weil Schatzischatz und Blondierungskumpane da vorn auf der Bühne einen Wettkampf nach dem anderen gewinnen sollte. Zwischendurch durfte sie ab und zu mal was sagen und man erfuhr neben der Information über ihre ihr auf den Magen geschlagene Nervosität auch, dass sie gern mit offenen Mund Kaugummi kaut. Man könnte es Enthusiasmus nennen oder auch übertriebene Showeinlage – jedenfalls war Frau F. immer ganz aus dem Häuschen, wenn ihr Angetrauter mal wieder ein Spiel gewann und zum Schluss sogar Endsieger wurde. Ja, so ein bisschen Freude kann ja nicht schaden, aber muss man das gleich mit einem lauten „Ich liebe dich! Ich wusste, dass du’s schaffst!“ ausdrücken?
Ja klar, da hat ihr Macker natürlich haushoch gewonnen. Also beinahe haushoch. Um ehrlich zu sein, wars bei jedem Sportspiel verdammt knapp, genauso wie beim Glücksspiel (aber da kann man schon echt wahnsinnig stolz drauf sein, wenn man so etwas für sich entschiedet) und am Ende auch beim Bierkästenstapeln, wo der Held dieser Sendung einfach die Zeit ablaufen ließ und hoffte, dass sein aufgeregter Normalogegner ihn nicht mehr rechtzeitig einholen würde.
Grandiose Leistung, echt. Vor allem bei dem Wissensspiel. Ach nee, DAS hat er ja verloren, der Promi. Und das wirklich haushoch. Ja, so Politik und Kunst sind wirklich schwierige Bereiche, aber wer sich dann als Fußballer noch nicht mal mit Fußball auskennt und als Nichtswissender noch nicht einmal wenigstens mit Comics, der verliert nebem dem Spiel auch noch die Herzen der Zuschauer.

Deswegen liebe Frau vom Star: reg dich mal ein bisschen ab, setz nicht so auf billige Show. Gesäusel und Gequieke, Gehopse und Kaugummigemalme nerven! Wenn du unbedingt ins Rampenlicht willst, dann lass dich das nächste Mal gefälligst selbst schlagen.
Aber ordentlich.

Falschherummes Einkaufen

9. März 2009

Manchmal läufts in der Welt falschverkehrt.

Da kriegt man eines Tages (man hat schon Böses geahnt, aber irgendwie nicht so etwas!) einen Brief, in dem einem die Bestellung eines Probe-Abos bestätigt wird. Hm. Man guckt auf den Absender und wundert sich, warum man diese Zeitung abonniert hat. Diese, deren Titel ein bisschen nach Würstchen klingt und die so ganz generell sein will. Und dann zweifelt man an sich selbst und überlegt, wann man das letzte mal so betrunken war, dass man sich nicht mehr daran erinnern kann, einen Bestellzettel ausgefüllt zu haben. Und man kommt zu dem Schluss: Näää, das hab ich niemals gemacht. Und hat ab sofort aber trotzdem jeden Tag neue Berichte über Obama und Wetter im Kasten.

Oder man zieht um und will neuen Internetzugang. Da ruft man hier und da mal an und kriegt da und hier nur Stirne über die teure Servicenummer hindurchgerunzelt und man erkennt, man muss das anonymer machen und im Internet sein Internet bestellen. Bei diesem Anbieter, der wie ein Heißgetränk anfängt und mit einem perversen Befehl endet. Dann macht man das und freut sich und ist stolz und wartet ab und wartet und wartet immer noch. Da kommt nichts und man ruft wieder die Stirnerunzler an, die aber weiterrunzeln und man sieht ein, dass dies alles wohl bei einem ewigen, internetlosen Runzeln bleiben wird.

Wäre es langweilig, wenn es einfach mal korrekt laufen würde?
Nö. Nur stressfreier.

Füllerei

29. Januar 2009

Wenn man einen Füller nur selten benutzt, dann verbringt man die erste Zeit, die man ihn in der Hand hält, damit, ihn wieder aufzupäppeln. „Komm schon, mein Kleiner, gib dir Mühe“, redet man ihm gut zu und klopft ihm auf den Rücken, bis er schließlich seine Reserven zusammennimmt und einen Klecks dunkelblauer Flüssigkeit ausspuckt. Mit tätowierten Fingern malt man dann Kringellinien über ein nutzloses Stück Papier, um ihn zum Schreibfluss anzuregen. Außer ein paar zartblaue, kaum sichtbare Linien und aufgerauhte Papieroberfläche bringt man aber nichts zustande. Man schüttelt ihn ein bisschen und taucht ihn mit dem Köpfchen in seinen eigenen Lebenssaft. Wieder nur Krakellinien. „Komm schon, Baby“, ermutigt man ihn und schon bald sind 10 Blatt nutzloses Papier, der Kalender, ein Briefumschlag und alte Hefter voll mit angestrengten Strichen. Aber nirgends ist eine klare, weichblaue Linie zu erkennen.

„Ach, dann mach doch weiter Urlaub“, gibt man entnervt auf und schnappt sich einen Kuli.

Dit fängt ja jut an

2. Januar 2009

So. Dit neue Jahr, wa?

Erst ma hab ick seit dem Mitternachtsböllern an Silvester schlimm Rückenweh, so dass ick mir wie eene alte Omma (mit Rückenweh) fühle und in der Bibliothek eins von den drei dicken Büchern wieder zurückgeben muss, weil ick in meinem lädierten Zustand nich alle tragen kann. Weeßte!
Die Bibliothek dichtet mir an, ein Buch verbummelt zu haben; dabei ham die dit selba wegjebummelt. Aber wer kriegt die Mahnjebühren? Icke! Also weeßte!
Denn schneit ditte, is popo-kalt und rutschelig. Is ja schon schlimm, wa? Reicht ja schon, um schlimm zu sein. Aber wat is noch? Jenau. Der Reißverschluss von meinem Mantel is putt. Na perfektet Timing, wa? Mann weeßte echt ey.

Ach weeßte, liebes neues Jahr, so fangen wa jar nich erst an!!!

Da muss man durch

9. Dezember 2008

Eine Frau, die in der U-Bahn ihre Kopfhörermusik so laut hat, dass man bei Rihannas „Disturbia“ mitsingen könnte (wenn man könnte), hört auch nicht, dass sie mit ihrem Bonbon schmatzt.

Der Mann hinter einem an der Schlange bei der Post ist nicht groß. Er denkt, man kommt schneller dran, wenn man kuschelt. Sein Atem auf Nackenhöhe.

Die Kinder am Bahnhof blockieren eine Roltreppe, weil das der passende Ort ist, um darüber zu reden, wo man als nächstes hinwill. 200 Leute nehmen gelassen die zweite Treppe. Dauert.

…immer wieder frische Remakes alter Erfahrungen…

Das Haus, das Verrückte macht

7. Juli 2008

Manchmal erinnert mich das Geschehen in der Uni an einen ganz bestimmten Film… Hm, vielleicht komm ich ja drauf, wenn ich die Situation nachstelle und aus Datenschutzgründen anstelle von „Schein für Grundkurs Sowieso bei Dr. Fragmich“ einfach „Passierschein XY“ sage. Mal schauen, wo ich am Ende lande.

Ich: (braucht Schein A und weiß als kluge Studentin, dass sie dafür Passierschein B und C einreichen muss, um Passierschein E zu bekommen, mit dem sie wiederum Schein A erlangt)

Bürotante 1: (sieht das anders) Also das bringt Ihnen gar nichts, wenn Sie das bei mir einfach abgeben (breitet vor unserer verdutzten Studentin Passierschein B-1, B-2, B-…, B-15 aus) Passierschein B-1,B-2 und B-3 sind unvollständig von Ihren Dozenten ausgefüllt worden. Bitte holen Sie das nach. Und dann füllen Sie bitte Passierschein D aus. Außerdem fehlt Passierschein B-16. Den müssen Sie noch organiseren!

Ich: (schluckt erste verzweifelte Tränchen hinunter und macht sich tapfer auf den Weg… und besorgt bei Bürotante 2, 3, 4 und 5 alle fehlenden Unterlagen)

Büroonkel 1: Hallo.

Ich: Hallo, ich bräuchte hier mal eine Unterschrift auf Passierschein E, es geht um…

Büroonkel 1: Na klar!

Ich: (verlässt verwirrt, aber in Siegerlaune nach zwei Sekunden das Büro des Büroonkels)

Bürotante 6: Hallo.

Ich: Hallo. Ich bräuchte hier mal eine Unterschrift. Büroonkel 1 hat auch schon…

Bürotante 6: Na klar.

Ich: (kann ihr Glück kaum fassen und macht sich nichts Böses ahnend auf den Weg zu ihrem lezten Ziel… glaubt sie jedenfalls…)

Bürotante 7: Hallo.

Ich: Hallo. Ich bräuchte dringend Passierschein A. Dafür wurden Ihnen Passierschein B und C eingereicht und ich hab Passierschein E mitgebracht.

Bürotante 7: Soso. Da müssen aber noch Bürotante 8 und ihre Gefolgsleute drauf unterschreiben. Ich werd das nächste Woche Montag vorbeibringen, dann hab ichs Mittwoch und schicke Ihnen dann Passierschein A zu.

Ich: Aber ich brauche Passierschein A dringend. Die Frist läuft Ende nächster Woche ab…

Bürotante 7: Na, dann schreiben sie mal hier irgendwo Ihre Telefonnummer auf und ich rufe Sie an, wenn Sie Passierschein A abholen können…

Wie wird es enden? Unsere mutige Studentin verlässt am Boden zerstört die 7. Bürotante, dem Schicksal schon beinahe ins Auge blickend, die Stirn sorgenvoll umkräuselt,die Hoffnung zerstört. Wird sie es rechtzeitig schaffen, Passierschein A zu bekommen? Was für Abenteuer warten noch auf sie? Noch ist alles offen…

Ich habe das seltsame Gefühl, dass mich dann und wann meine Irrungen und Wirrungen durch die verschlungenen Gänge und Gebäude des Uni-Campus (oder heißt es: Uni-Campi?) an etwas errinnern… An einen Film, in dem es das „Haus, das Verrückte macht“ gab. Wo war das noch gleich?

Hasst ihr das auch?

7. April 2008

„Mir geht es SOOO schlecht. ALLES ist scheiße. Mein GESAMTES Leben ist VÖLLIG im Eimer.“

Oder mit anderen Worten… (mehr…)