Zwischen gepusht und gerippt…
15. Mai 2008Als ich heute pessimistischen Mutes in der Unterwäscheabteilung eines renomierten Shoppingshops stand - um mich herum bunt-bespitzte Seiden-Baumwoll-Schlüppi-BH-Kombinationen - kam ich nicht umhin ein Mädchen zu belauschen, das gerade lauthals seiner Freundin die Sorgen des Tages unterbreitete.
“Immer machen die so fette Polster in die BHs! Es gibt nur noch Push-ups! Und was ist mit Frauen wie mir? Ich hab schon so riesen Dinger. Wenn ich sowas noch trage, habe ich Monster-Oschis! Ey! Aber daran denken die ja nicht…!”
Wer auch immer “die” sind. “Die” - die kleinen bösen Körbchengnome, mit Wattebausch und Nadel bestückt, die sich heimlich nachts in Dessousläden schleichen und dicke Knubbel in die BHs nähen. Aus Rache für großzügig bestückte Damen, auf dass sie noch mehr leiden müssen, und als Forderung an die weniger Propperen, auf dass sie gefälligst auch mal ein dickes Dekolleté zeigen.
‘Naja, man kann sich auch was einbilden’, dachte ich, während ich mich nach dem zeternden Mädchen umdrehte und sie heimlich von ihrer ziemlich schlanken Rückseite mustere. Da ich der Sache aber genau auf den Grund gehen wollte (man ist ja neugierig und der gebrüllte Monolog hat mich ja quasi dazu gezwungen!), tänzelte ich unauffällig um die beiden Girlies herum, um die eine mit den Möchtegernoschis von vorn zu sehen. Mit vor Anstrengung verzerrtem Gesicht schielte ich also versteckt zwischen Omahöschen und gestreiften Schlafanzugpanties um ein Regal und erhaschte einen Blick auf Mama Oschis Vorderseite.
…
Okay.
Sie hatte recht.
Diese fiesen, fiesen Körbchengnome!!!



