Warum man Menschen hassen kann

14. Mai 2009 von Anj

Der pubertäre Junge neben mir in der U-Bahn, der auf mich zeigt und mit der anderen Hand eine eindeutige Geste über seinem Schritt macht.

Die autoritäre Dame vor mir beim Bäcker, die die nette Verkäuferin grundlos in alter Lehrerinnenmanier anschnauzt, weil diese nicht Gedanken lesen kann.

Die sonnenbebrillte Mittvierzigerin mit königlichem Verhalten, die mir und meinem Einkaufswagen im Weg steht und mich – den Pöbel – zur Seite wegwinkt.

Der strebsame Student im Unikurs, der keine Ahnung hat und trotzdem andere unterbricht und seine erdachten Antworten in den Raum brüllt – jedes Mal und immer wieder die falschen.

Ich muss euch nicht schlagen, euch treten oder theatralisch vor euch mit den Augen rollen. Ich will euch nur sagen: Ihr seid der Grund dafür, warum es Misanthropen gibt.

Frage-Antwort-Stöckchen

12. Mai 2009 von Anj

Ein Stöckchen, zugeworfen von Abraxandria

Die Regeln:

  1. Beantworte die Fragen und füge sie auf deinem blog ein.
  2. Ersetze eine Frage, die du nicht magst durch ein neue und füge zusätzlich eine weitere neue hinzu. [Anm. von Anj: Ich nehme mir die künstlerische Freiheit, ein paar mehr Fragen nicht zu beantworten, um geheimnisvoll und spannend zu bleiben. ^^]
  3. Tag 8 weitere Leute. [Anm. von Anj: Äh, oh... oh je... äh.. nagut... das mach ich dann am Ende... (irgendwie... hähä)]

Das Spiel:

  1. Welches Parfum benutzt du zur Zeit?
    Den Duft meiner Selbst
  2. Song des Tages:
    Es tanzt ein Bi-Ba-Butzelmann in unser’m Kreis herum, fidelbumm

  3. Was ist dein Lieblingsfilm?
  4. Was ist dein Highlight des Tages:
    Die Kerze auf meinen Tisch ist schonmal verdammt hell
  5. Was willst du unbedingt lernen?
    Mückenstiche innerhalb von Sekunden wegkurieren zu können
  6. Was hast du zuletzt gekauft?
    Fenistil Gel mit ordentlich Cortison-Anteil
  7. Was ist dein Lieblingswetter?
    das draußen
  8. Was ist momentan dein wichtigstes Ziel?
    diesen Stöckchenfragebogen nicht zu langweilig werden zu lassen
  9. Was denkst du über die Person, die dich getaggt hat?
    schönes, witziges blog
  10. Wenn du ein komplett eingerichtetes Haus irgendwo in der Welt bezahlt bekommen würdest, wo würdest du es hinhaben wollen?
    Die Frage ist:  Teppich oder Laminat?
  11. Was würdest du, wenn du könntest, an dir ändern?
    Ich will nicht mehr everybody’s darling unter der Mückengemeinschaft sein

  12. Wenn du für die nächsten Stunden irgendwo auf der Welt sein könntest, wo wärst du gerne?
  13. Was ist dir bei Freunden wichtig?
    Sexappeal, Kochkünste, mich Hausaufgaben abschreiben lassen, gemeinsam auf Mückenjagd gehen
  14. Wen würdest du gerne mal treffen?
    Die blöde Mücke, die sich irgendwo in meinem Zimmer versteckt
  15. Was ist dein Lieblingsstück in deinem Kleiderschrank?
    Die Regalbretter. Nicht auszudenken, durch welchen Haufen ich mich jeden Tag wurschteln müsste, wenn sie nicht da wären
  16. Was ist dein Traumjob?
  17. Welche sind deine Lieblingsbands?
  18. 3 Dinge, die dir ein Lächeln aufs Gesicht zaubern:
  19. Was ist deine Lieblingsgroßstadt?
    ey dit sag ick nich
  20. Was ist zur Zeit dein Lieblingslied?

  21. Was ist deine Lieblingsserie?
  22. Was hast du gerade an?
    Also bitte!
  23. Was ist dein Lieblingsbuch?
    Die Gebrauchsanleitung des Mückensprays (nichts interessiert mich im Moment mehr)
  24. Mein Mittagessen?
    Was interessiert mich DEIN Mittagessen?
  25. Wann hast du heute Feierabend?

  26. Was ist deine Lieblings-Anime-Serie?
    oh äh, ich guck sowas natürlich gar nicht, hähä…
  27. Bist du ein Mensch der Vergangenheit, der Gegenwart oder der Zukunft?
    (da das die Frage ist, die ich selbst hinzugefügt habe, muss ich sie natürlich nicht beantworten, oder?)

.

So, jetzt muss ich das Stöckchen ja an 8 Leute weiterschmeißen. Ähm… immer diese ollen Kettenbriefverpflichtungen. Ha, ich weiß: Diejenigen, an die ich das Stöckchen weiterreiche, werden schon wissen, dass sie gemeint sind! Es ist mein persönliches Geschenk an euch und ich hoffe, ihr nehmt es an!

Die Mücke in mir

11. Mai 2009 von Anj

Ich glaube, ich habe eine Mücke verschluckt.

Denn seit gestern ploppen rote Piekshügelchen ohne Vorwarnung an mir hervor. Kein bedrohliches Summen am Ohr, kein gespenstisches Flattern um die Stehlampe. In lange Klamotten und Decken eingehüllt schafft sie es trotzdem, ihren Weg zu Kniekehlen, Ellenbogen und Fußsohlen zu finden und sich genüsslich daran satt zu saugen.

Die blöde Kuh! Was für gemeine, hinterlistige Methoden hat sie sich einfallen lassen, um unbemerkt aus mir einen Festschmaus zu machen? Wo ist dieses Vieh, damit ich es festbinden und die Antworten aus ihm herausprügeln kann?

PS: Gibt es vielleicht ein Tier, das unsichtbar und lautlos ist und ansonsten die gleichen Auswirkungen wie eine verhungernde Mücke hat?

Hühnergeschichten V

8. Mai 2009 von Anj

Huhn 1 und Huhn 8 stehen an einer Ampel und drücken auf das Mach-Grün-Knöpfchen. „Signal kommt!“ Geduldig warten unsere Hühner, bis es wirklich grün wird und schlendern gemütlich über die Straße, während die Autos links und rechts von ihnen notgedrungen warten müssen und sich ein kleiner Stau bildet. Drüben angekommen hat Huhn 1 eine makabere Idee.

Huhn 1: Hihi, lass uns mal noch einmal drücken. Dann müssen die Autos warten, obwohl gar keiner über die Straße will, hähä.

Huhn 8: Nee, das wäre ja Verkehrs…be.. na… Verkehrsbedingsbumselung!

Huhn 1: Stimmt. Immer diese Verkehrsbumser!

Die Kugel im Garten

5. Mai 2009 von Anj

Ein riesiger Garten und mittendrin saß Sie.

Umgeben
von den angepflanzten Kartfoffeln, die Sie nicht so gern mochte, aber um die Sie sich kümmern musste, um über den Winter zu kommen. Um lagern zu können – für später.
Von Erdbeersträuchern, zu deren Pflege Sie sich selten aufraffen konnte, aber über die Sie sich am meisten freute, wenn Sie es doch einmal schaffte und welche ernten konnte.
Von dem Kirschbaum, in dessen Ästen Sie so gern saß und naschte.
Und von Blumen. Keine war die schönste, denn sie waren alle unvergleichlich und so wundervoll, dass es kein Wort gegeben hätte, das ihre Ausstrahlung angemessen beschrieb. Es machte noch nicht einmal Arbeit, sie zu pflegen, denn es war das Schönste, was es in dem Garten zu tun gab. Wenn Sie bei ihnen war, oder ihnen vom Kirschbaum aus zuwinkte, strahlten sie. Jede in einer anderen Farbe, aber alle hell und warm.

teppich

Aber auf einmal konnte Sie das alles nicht mehr sehen. Ein flauschiger Teppich hatte sich über den Garten gelegt und verhüllte ihn fast vollständig. Nur ab und zu drang ein zaghaftes Leuchten der Blumen nach außen oder ein ganz gewagter Kirschbaumast bahnte sich seinen Weg an die Oberfläche.
Sie lächelte, denn der Teppich war warmblau und roch so wundervoll nach Wildwasser. Ihn zu berühren musste sich anfühlen, als ob man in dem weichsten Wolkenkissen versinken würde.
Sie weinte, denn Sie durfte ihn nicht berühren. Wenn sie ihre Finger nach ihm ausstreckte, kam ihr eine flauschigwollige Hand entgegen, aber zog sich kurz bevor Sie sie hätte spüren können, wieder in sich zurück.

So vergingen Tage und Wochen. Sie vermisste ihren Garten, aber traute sich nicht, den wertvollen Teppich einfach aus ihrem Reich zu verbannen.

Eines Abends jedoch fasste Sie einen Entschluss. Sie stand auf und begann zu fegen. Sie trieb den Teppich zusammen, bis er immer kleiner wurde. Schließlich war er so klein, dass Sie ihn greifen und in ihren Händen zu einer festen Kugel formen konnte. Sie grub ein Loch in den Boden des Gartens, ließ die Kugel hineingleiten und schüttete lockere Erde darüber, die sie festklopfte, als das Loch wieder komplett aufgefüllt war.

Sie weinte eine Träne und kletterte auf den Kirschbaum.

Bis obenhin

14. April 2009 von Anj

schuhe

Ich mag es gar nicht, im Moment keinen Kopf für meine Lieblingsdinge zu haben. Da ist mein Stück vorangekommen und muss sich nun mit dem Neuen bekanntmachen, darf dabei die alten, noch laufenden Aufgaben nicht vergessen, und die in den Urlaub geschickten muss man wieder hervorkramen. Das Einkaufenmüssen wird nach hinten verschoben, der Bauch füllt sich gerade eh mit was anderem als essen. Da der Kopf voll ist, wurden Gefühle nach unten verlagert.
Bloggen, Bücherbloggen und Blogslesen, E-Mail-Wartende beruhigen, zum Grillabend Ja sagen. Ich würd’s so gern.

Zeit hat man nicht, Zeit nimmt man sich.
Stimmt. Aber einen Kopf kann man sich nicht nehmen. Den hat man nur. Und ich gerade nicht.
Ich hoffe, die Phase der neuen Rhythmisierung ist bald überwunden. Und dann hab ich wieder einen.

Ekeljobs

30. März 2009 von Anj

Huhn 3: „Es gibt schon eklige Berufe. Gynäkologe, Urologe, Zahnarzt… und Geschirrspülmaschinenreparateur… fällt für mich alles in die gleiche Kategorie!“

Dass die Sonne endlich wieder scheint, hat einen Nachteil:

19. März 2009 von Anj

Man sieht, wie lange die Fenster nicht mehr geputzt wurden.

Verbissen

18. März 2009 von Anj

dawnringWarum dieser prunkigprotzige, blassbleiche Ring mit Schnulzgravur und blutrotem Plastesteinchen mein Lieblingscover von „Breaking Dawn“ (dem vierten Teil der Edward-und-Bella-Geschichte von Stephenie Meyer) ist und nicht die zarten Rosenblättchen, die Yogastrandgymnastik oder der Klassenunterschied auf dem Schachbrett, erzähl ich mal am besten bei Bücherknabbern.

Schlag doch mal einer die Frau vom Star

16. März 2009 von Anj

Nach „Schlag den Raab“ nun also auch „Schlag den Star“. Dabei wollte man bei der Premierensendung am vergangenen Freitag doch eigentlich wem anders mal eben eine ‘runterhauen.

Aber mal von vorn: Das erfolgreiche Konzept von „Schlag den Raab“, das auch Nicht-TV-Total-Gucker bis spät in die Nacht hinein vor den Fernseher zu fesseln versteht, wird einfach ein bisschen abgeändert, verkürzt und dann „Schlag den Star“ genannt, bei dem Stefan Raab selbst nun moderiert und immer wieder ein neuer Promi gegen einen Normalsterblichen in verschiedenen Sport-, Geschicklichkeits-, Glücks- und Wissenspielen antritt. Wenn der Promi gewinnt, gibts Anerkennung und Steigerung des Egos um drei, vier Einheiten. Wenn der Normalo gewinnt, gibts Kohle. (Da will man ausnahmsweise wohl mal nicht der Promi sein)

Am Freitag, den 13. März, gabs dann das erste mal die Neuauflage im TV zu sehen – und zwar mit Stefan Effenberg als zu schlagender Promi und einem gewissen Oliver (oder hieß er anders?) als Normalo.
Ach ja, und noch jemand stand ständig im Fokus der Aufmerksamkeit (oder schlängelte sich laut kreischend und wild gestikulierend hinein): Frau Sowieso Effenberg, die im Publikum saß und „fast spucken musste“ vor Aufregung, weil Schatzischatz und Blondierungskumpane da vorn auf der Bühne einen Wettkampf nach dem anderen gewinnen sollte. Zwischendurch durfte sie ab und zu mal was sagen und man erfuhr neben der Information über ihre ihr auf den Magen geschlagene Nervosität auch, dass sie gern mit offenen Mund Kaugummi kaut. Man könnte es Enthusiasmus nennen oder auch übertriebene Showeinlage – jedenfalls war Frau F. immer ganz aus dem Häuschen, wenn ihr Angetrauter mal wieder ein Spiel gewann und zum Schluss sogar Endsieger wurde. Ja, so ein bisschen Freude kann ja nicht schaden, aber muss man das gleich mit einem lauten „Ich liebe dich! Ich wusste, dass du’s schaffst!“ ausdrücken?
Ja klar, da hat ihr Macker natürlich haushoch gewonnen. Also beinahe haushoch. Um ehrlich zu sein, wars bei jedem Sportspiel verdammt knapp, genauso wie beim Glücksspiel (aber da kann man schon echt wahnsinnig stolz drauf sein, wenn man so etwas für sich entschiedet) und am Ende auch beim Bierkästenstapeln, wo der Held dieser Sendung einfach die Zeit ablaufen ließ und hoffte, dass sein aufgeregter Normalogegner ihn nicht mehr rechtzeitig einholen würde.
Grandiose Leistung, echt. Vor allem bei dem Wissensspiel. Ach nee, DAS hat er ja verloren, der Promi. Und das wirklich haushoch. Ja, so Politik und Kunst sind wirklich schwierige Bereiche, aber wer sich dann als Fußballer noch nicht mal mit Fußball auskennt und als Nichtswissender noch nicht einmal wenigstens mit Comics, der verliert nebem dem Spiel auch noch die Herzen der Zuschauer.

Deswegen liebe Frau vom Star: reg dich mal ein bisschen ab, setz nicht so auf billige Show. Gesäusel und Gequieke, Gehopse und Kaugummigemalme nerven! Wenn du unbedingt ins Rampenlicht willst, dann lass dich das nächste Mal gefälligst selbst schlagen.
Aber ordentlich.