Zimmer „Dingsbums“

Der eiskalte Wind blies mir mit ungnädiger Messerschärfe ins Gesicht, als ich sie sah: Da stand sie, die Beine lässig verkreuzt, den Pony stylisch aus der Stirn streichend und die Mundwinkel zu einem angedeuteten Grinsen verzogen. Schluchzend fielen F und ich uns in die Arme, ließen auch Toni an der Prozedur teilhaben, während Micha sich wie immer auf die Minute pünktlich zu uns gesellte. Dann gings ab.

Beim Kassenmenschen stotterte ich unsicher „4mal Zimmer Dingsbums bitte“ woraufhin ich auch sogleich altklug mit „1408“ verbessert wurde und uns dann noch zähneknirschend mitgeteilt wurde, dass unser tolles Studentsein uns heute nichts brächte, da sowieso Kinotag sei. „Najut“ dachten wir und mogelten uns ganz legal für 4,50 ins Kino.

Die lange Werbung und noch langweiligere Filmvorschau überbrückten wir gekonnt mit Mohnbrezelgeknabber und einer heißen Debatte über die Vor- und Nachteile des Sitzreihenwechsels. Schließlich aber war die Mohnbrezel alle und unsere Gemüter zu faul, um sich tatsächlich ine ine hintere Reihe zu verdrücken. Der Film konnte beginnen… MUAHAHAHAHA!

Toni hatte sich schon nach der ersten Minute vor Angst vor der Angst unter ihren Kuschelschal verkrümelt und ich aufgrund der vorherrschenden Airconditioningkälte, während der linke und rechte äußere Rand unserer Gruppe durch Michas und Fs lässige Haltung gesäumt wurde.

Doll gruselig war Zimmer Dingsbums eigentlich nicht, nur ein wenig eklig, vor allem, weil er mit meiner Urangst vor diesen typisch amerikansichen Fenstern spielte, die man nach oben und unten zum auf- und zumachen schiebt und die sich ja jeden Moment verselbstständigen können – was sie bei Zimmer sowieso auch taten und dem armen Johnny Cusack ein fürs andere Mal auf die Fingerchen krachte – bärks!

Auch wenn der Film keinen bleibenden Eindruck hinterlassen hat (bis auf meinen gekonnt spontanen Wortwitz, als ich des Hauptdarstellers Nachnamen deutsch aussprach und meine Mitstreiter fast lachen mussten), würde ich gern mal die Shorstory von Stephen King lesen, auf der er basiert… ob die auch Zimmer 14nochwas heißt?
Wie die linke coole Hälfte unserer Sitzgruppe das ganze Erlebnisse sieht gibt hier

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10 Antworten to “Zimmer „Dingsbums“”

  1. tina0822 Says:

    Zimmer Dingsbums ist ein viel schönerer Titel!

  2. Anj Says:

    Sag ich ja

  3. Jule Says:

    Aber so standen wir auch an der Kasse: ..“Zimmer….“ *pause* und der Kassenmensch sprang ein.

  4. Anj Says:

    Woher soll man das auch wissen? Sind immerhin vier Ziffern.

  5. Sam Says:

    Ich stand bloede an der Kasse und wusste nicht so recht, wie ich die Zahl aussprechen sollte. Ist das nur „Vierzehn null acht“, oder „Tausendvierhundert und acht“? Ich habe dann einfach nur jeden Zahl einzelnd stotternd vor mich hingemurmelt. Zum Glueck laufen ja zur Zeit nicht allzu viele Filme mit Zimmernummern, so dass die Kinofrau wusste, was ich wollte.

  6. Kassiopaia Says:

    Aircondition? Also ick würd ja Klimaanlage sagen. 😉
    Der Wortwitz ist Spitze! Muahaha. 😀

  7. F. Oldörp Says:

    auch witzig „zimmer 1 – 4 – 0 – 8“.

  8. Jule Says:

    Ich musste mal angerufen werden und hatte das Zimmer 911 in nem Hostel in den USA, das war 2004. Anrufer mussten an der Rezeption die Zimmernummer sagen und wurden dann durchgestellt und der, der mich angerufen hat meinte dann, er hätte sich gar nicht getraut die Zimmernummer auszusprechen, um keine unangenehmen Erinnerungen auszulösen.

  9. Anj Says:

    Ach, darauf läuft deine Geschichte hinaus, Jule! Seltsam, wie unetrschiedlich man etwas sehen kann. Ich dachte die ganze Zeit, als ich deinen Eintrag las, die Pointe wäre, dass jemand dein Zimmer verlangt hat, dann aber die Polizei am Apparat hatte (oder? die Nummer der Polizei in den USA ist doch nine one one???)
    Aber klar, wenn man natürlich nine eleven sagt, kommt dabei etwas anderes heraus. Der Typ hätte doch auch ninehundred eleven oder eben nine one one sagen können oder nintyone one ^^

  10. F. Oldörp Says:

    ja 911 ist die nummer der polizei in den usa.

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