Anj- versus Manni-Monster

Wenn auf dem Weg zur Uni bin und im Stadtzentrum aus der S-Bahn steige, klaustrophobisch über die Menschenmenge linse und mir ellenbogenherausfahrend meinen Weg zur Rolltreppe bahne, bin ich nicht mehr ich selbst. Dann verschwindet für einen Moment das sonnige, liebe Gemüt aus meinem Gesicht und macht einem kleinen Monster Platz. Dann fange ich an, die Leute zu beschimpfen, mich darüber aufzuregen, dass die Touristen immer genau einen Schritt aus der vollen Bahn tun, dann stehen bleiben und sich umsehen, wo sie denn hinmüssten. Dass Wandertagsgruppen voller Halbstarker auf dem Bahnsteig einen Kreis bilden, um darüber zu diskutieren, ob bei BurgerKing oder McDonald’s ge-zweites-frühstückt wird. Dass die Leute auf dem Weg zur Treppe grundsätzlich laaaangsam laufen und auch links stehen, dabei müssten die doch spätestens seit meinem ersten Englandaufenthalt wissen, dass das ein No-Go ist. (Im wahrsten Sinne des Wortes).

Ja, und dann schimpfe ich, wettere und pöble, mache Gebrauch von meinem Wortschatz, den ich am Stadtrand gelernt habe und werde richtig unfein. Gedanklich. Natürlich. Ich will es schließlich lebend zur Uni schaffen.

Heute sah ich einen großen Mann, leicht ergraut und mit feinem Anzug, das Rollköfferchen hinter sich herziehend, wie er am Bahnsteig einen etwa zehnjährigen Jungen aus dem Weg schubst.

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Und ich dachte, ICH wäre fies.

9 Antworten to “Anj- versus Manni-Monster”

  1. Soulsnatcher Says:

    Egal wie fies, dreckig, feige und gemein du dich benimmst:
    Es gibt immer ein größeres A****loch🙂

  2. Anika Says:

    und das mit dem auf-der-rolltreppe-rechts-ihr-deppen steht sogar auf einem winzaufkleber direkt an der Rolltreppe drauf. allerdings nur mit einem dezenten „stay right“ oder so…

    Boa, und haste den Mann dann wenigstens vor die Schienen geschubst?^^

  3. Mao-B Says:

    lernen durch schmerz …

  4. Kassiopaia Says:

    Oooh, Hackenporscheziehende sind mir auch ein Gräuel! Wenn ich schon mal mit der Bahn fahre, dann gibt es davon immer welche und da die Dinger ja nicht auf Augenhöhe sind, stolpere ich zu 80% darüber.
    Gut, die Teile sind praktisch, aber nicht wenn sich verirrte Reisende plötzlich doch einen Schritt vor einem bewegen, statt irritiert ruhig stehen zu bleiben. Das kennt man ja wenigstens.

  5. abraxandria Says:

    Nerv!
    Ich hasse solche Situation! Grr.
    Da muss auch der liebste Mensch zum Monster werden!😉
    Ach, wenn man doch nur alle Wege mit dem Rad fahren könnte…
    Leider sind manche Ziele einfach zu weit.

  6. Tina Says:

    Ich glaube es sind immer die alten Leute, die sich am meisten daneben benehmen – also diejenigen, die sich immer über die unhöflichen jungen Leute aufregen…

    Juchuh, morgen sind Schulferien: keine vollgestopften S-Bahnen und Bahnsteige mehr, keine nervigen Wandertagsschulklassen. Ich freu mich.

  7. Kassiopaia Says:

    Aber Tina, wenn die Schulferien anfangen/da sind, dann sind die kleinen Biester doch den ganzen Tag auf der Straße und immer da, um zu nerven. Ob das ein Grund zur Freude ist?!

  8. Tina Says:

    Aber doch nicht um 7 Uhr morgens, wenn ich raus muss. Somit hab ich beim Hinfahren wenigstens meine Freude. Gönn mir die doch!

  9. Kassiopaia Says:

    Na klar gönn ich dir das. Ich habe gar nicht dran gedacht, dass du ja schon so früh am morgen unterwegs bist. Viel Spaß.😉

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