Aus dem Leben einer Arbeitshenne: Service-Schick

Es sollte ein ganz gewöhnlicher Tag als Service-Chick werden… aber es kam ganz anders… (muahahaha!)

F war gerade dabei, gekonnt das Tablett voll gefüllter Biergläser durch die Menge zu schwenken, als ich – selbst mit einem Arm voller Teller – ihr zuwisperte: „Du! Da geht was nicht mit rechten Dingen zu! Ich seh dich hinten!“ F nickte unauffällig und deutete mit einer nur für mich sichtbaren Geste an, dass sie sofort an unserem geheimen Treffpunkt sein würde. Dort, wo die Käsetabletts und Raschelfolie eine geheimnisvolle Stimmung auf die sonst baufällige Ruine übertragen…
„Pssst“, hörte ich auch, kaum war ich im Hinterzimmer angelangt. F stand da und war – wie auch ich – mit einem kurzen Schürzchen und einem Rock, der kaum länger war, bekleidet, hochhackigen Pumps und rotlackierten Fingernägeln. Dieser Job verlangte uns eben einiges ab. Aber es sollte noch mehr kommen.
„Ich hab da etwas entdeckt, das mir merkwürdig vorkommt!“ Und so schoben wir uns beide galant in den Lüftungsschacht, krochen durch mehrere Stockwerke, bis wir schließlich im unterirdischen Kellerverließ landeten. „Ein Versuchslabor!“, stellte F mit Blick auf die düsteren Ratten-, Affen- und Elefantenkäfige fest und gesellte sich zu meiner Erschütterung.
Da hörten wir von Weitem laute Schritte, die bedrohlich näher kamen. „Schnell, kopieren wir das Beweismaterial und dann raus hier!“, ordnete ich an und so stürzten wir uns auf die Aktenschränke. Unser gekonnter Blick stellte sofort fest, was wir an Beweismaterial klauen mussten und innerhalb weniger Sekunden waren wir auch schon auf dem Weg nach draußen – durch einen zweiten, geheimen Gang. Auf dem Weg zur Oberfläche legten wir mit kurzen Tritten noch eineige Wachleute lahm. Dann waren wir schließlich draußen und während F ihr Handy zückte, um nach der Polizei zu rufen, zwinkerte sie mir noch kurz zu und ich verstand. „Immer wieder dasselbe!“, stimmte ich zu.

blubberblubberblubberwolkenwolkenwolkenwolkenblubberblubberblubber

Okay. Der Bericht von eben verschönigt unser Erlebnis vom Freitag doch ein wenig. Eigentlich wars ja so:
Bei dem Richtferst eines hier nicht zu nennen Betriebes sprnagen F und ich als Service-Tanten ein, drückten uns voller Angst (aber gekonnt!) vorm Kellnern und suchten fast den ganzen Tag Zuflucht hinter einem Buffettisch, wo wir uns nicht mit wackeligen Gläsern auf wackeligen Tabletts, sondern nur mit Brötchenkörben und Käseplatten herumärgern mussten. Das bisschen Action, das es kurzzeitig gab, half nicht, die beinahe 6stündige Langeweile zu übertünchen.
„Nä! Nie wieder!“, stellten wir fest, als wir am Ende des Tages müden Schrittes und halb erfroren zum Bus schlurften.

5 Antworten to “Aus dem Leben einer Arbeitshenne: Service-Schick”

  1. Kassiopaia Says:

    Wow, was für eine actionreiche Arbeit. Galant, galant, Mädels!

  2. abraxandria Says:

    Puh! Überstanden! Und dann nix wie weg…😉
    Ich hab einmal im Leben gekellnert, auf einer Weihnachtsfeier. Nie wieder! Das Gute da war nur, dass nicht nur die Gäste gefeiert haben, was den Konsum von Getränken anging… Wir haben uns also alle so durch den Abend geschlürft…😉

  3. Anj Says:

    Kassio: Ich weiß, ich weiß! ^^

    Abraxi: Toll, dass es nicht nur uns so geht mit dem Kellnern…😉 Aber schien ja lustig bei euch gewesen zu sein…

  4. F Says:

    Anj, dem kann ich nichts mehr hinzufügen.

  5. abraxandria Says:

    Da trügt der Schein…😉
    Nee, war nen scheusslicher Abend!
    Aber ich hab dann am Schluss noch nen paar Weinbutteln abgeschleppt und anschließend ne Party geschmissen. Die Jungs haben sich gefreut…😀
    *lol* Ich hab auch immer nen Scheiss gemacht… Erst auf deren Kosten einen kippen und dann noch Butteln abschleppen… Der miese Job sollte sich auch gelohnt haben. Oh je!

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: