China-Fazit die sechste und letzte

Step 6: Get out of here

Geburtstag in Qingdao feiern – mit chinesischem Schriftzug als Krönchen, lila Sahnetorte und Ladies’ Night in der Lieblingsbar. Weihnachten im „Element Fresh“ (extravagante Salate und Smoothies gefällig?) in Shanghai. Silvester auf der großen Mauer bei Peking. „Ich liebe dich“ von einer chinesischen Studentin hören und sie dafür umarmen dürfen. Bei Masterbewerbungen helfen. Aus dem (deutschen) Nähkästchen plaudern und auf offene Augen und Ohren stoßen. Ein neues Lieblingsgericht haben, das umgerechnet vielleicht 60 Eurocent kostet. Schals shoppen ohne pleite zu werden. Postkarten von zu Hause sammeln und damit die einst langweilig-weiße Wand dekorieren. Mir mit dem Lektor einen Mal-Contest auf der Tafel liefern vor Augen der gesamten Klasse – größte Herausforderung: ein T-Rex. Den Cousin als einzigen Besucher von zu Hause am Flughafen begrüßen. Abgehetzt, mit zerstrubbelter Frisur und ausgelatschter Jeans in den Unterrichtsraum stürmen und zu hören bekommen, man sehe heute besonders hübsch aus. Erfolgreich die Aussprache von „Pferd“ vermitteln. Salat mit Stäbchen essen können.
Nur ein Bruchteil der Gründe dafür, warum das sich hier gelohnt hat. Warum es okay war, durchzuhalten, auch wenn
die Internetverbindung Gelüste übers Teetassen-an-die-Wand-Schmeißen in einem wach ruft,
Verteilerdosen bei Überlastung einen Zimmerbrand auslösen können,
man mehr als zwei Hände braucht, um die ganzen erlebten Magenkrankheiten aufzuzählen,
ich keinen chinesischen Mascara mit geschwungener Bürste gefunden habe und mir den schicken lassen musste,
man trotz dreifacher Pulloverschichtung und Wintermantel im Klassenzimmer friert
und auch wenn die internationalen Supermärkte keine Lebkuchen anbieten.
Fazit: Jetzt packe ich einen Koffer voller erhandelter Klamotten vom Nachtmarkt und einem Satz neuer Erfahrungen und mache erst einmal eine Chinapause. Schlüpfe von der Rolle als Assistenzlehrerin zurück in die der Studentin. Werde zu jeder x-beliebigen Tageszeit duschen gehen und zu viel Geld beim essen gehen ausgeben. Und mich an der Supermarktkasse daran erinnern, nicht aus Versehen zu sagen: „Duìbùqǐ, yǒu dàizi ma?“

.

… übrigens: Den Bericht im Ganzen gibt es zum Nachlesen hier

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