Archive for the ‘Farbgedanken’ Category

Elfchen-Stöckchen

14. Oktober 2010

Mal wieder Lust auf ein Stöckchen? Ich weiß gar nicht mehr, wann es das letzte hier gab, scheint mir aber eine Ewigkeit herzusein. Deswegen setze ich mal wieder ein neues in Umlauf.
Der heutige Unterricht hat mich zu ein bisschen Kreativität inspiriert, auch wenn ich den Begriff „Elfchen“ zuerst nicht zuordnen konnte. Es geht darum, ein Gedicht zu schreiben, das aus – tadaa – 11 Wörtern besteht. Die Regeln lauten wie folgt:

1. Zeile nenne eine Farbe (1 Wort)
2. Zeile nenne eine Sache, die diese Farbe hat (2 Wörter)
3. Zeile sage, was diese Sache tut, oder wo sie sich befindet (3 Wörter)
4. Zeile beginne diese Zeile mit dem Wort „ich“ (4 Wörter)
5. Zeile schreibe irgendein Wort (1 Wort)

Ich werfe dieses Stöckchen an alle, die es haben wollen (wie immer alles ganz zwanglos hier ^^)
Ach ja, und mein Ergebnis gibt es natürlich auch noch:

(more…)

Zurück

17. Mai 2010

… oder, um es mit den Worten meines Lieblingsroboters zu sagen:
„I am back!“

Da schaut man auf die Startseite des eigenen Blogs und glaubt es kaum.
Wenn sich das Leben gedanklich dreimal um sich selbst dreht und sich bei allen Facetten nicht entscheiden kann, ob es einen neuen Weg einschlägt oder den alten zurückgeht oder irgendwo dazwischen rumstreunert; wenn das gesprochene „letztens“ auf einmal in Wirklichkeit „vor ein bis drei Jahren“ bedeutet; wenn ein Hauch altes WG-Leben zu Hause für Heimweh sorgt und sich mit der Sehnsucht nach Ferne clasht.
Dann heißt es Licht aus bei allem, das das mit sich machen lässt und sich nicht wehren kann gegen das Rauf-und-Runter-Auf-und-Ab-Monster aus Tohuwabohu. Und man kriegt einen Schreck, wenn man sich nach einer Weile ins dunkle Zimmerchen wagt, ein Streichholz zündet und vorsichtig auf das Datum des letzten Blogeintrags leuchtet. Wooopsi! So schnell vergeht ein Vierteljahr.

Damit das aktuelle Schreiben nicht mehr „letztens“ war, sondern von heute, gestern oder zumindest der laufenden Kalenderwoche, wird jetzt der Stromhebel wieder umgelegt. Und zwar mit Schmackes. Hier soll’s endlich wieder hell werden.

„Sie“

22. Oktober 2009

„Einen Augenblick lang erweicht sie ein versteinertes Herz, und oft versteinert sie ein sanftes Herz fürs ganze Leben.“

(J. E. Poritzky)

Die Kugel im Garten

5. Mai 2009

Ein riesiger Garten und mittendrin saß Sie.

Umgeben
von den angepflanzten Kartfoffeln, die Sie nicht so gern mochte, aber um die Sie sich kümmern musste, um über den Winter zu kommen. Um lagern zu können – für später.
Von Erdbeersträuchern, zu deren Pflege Sie sich selten aufraffen konnte, aber über die Sie sich am meisten freute, wenn Sie es doch einmal schaffte und welche ernten konnte.
Von dem Kirschbaum, in dessen Ästen Sie so gern saß und naschte.
Und von Blumen. Keine war die schönste, denn sie waren alle unvergleichlich und so wundervoll, dass es kein Wort gegeben hätte, das ihre Ausstrahlung angemessen beschrieb. Es machte noch nicht einmal Arbeit, sie zu pflegen, denn es war das Schönste, was es in dem Garten zu tun gab. Wenn Sie bei ihnen war, oder ihnen vom Kirschbaum aus zuwinkte, strahlten sie. Jede in einer anderen Farbe, aber alle hell und warm.

teppich

Aber auf einmal konnte Sie das alles nicht mehr sehen. Ein flauschiger Teppich hatte sich über den Garten gelegt und verhüllte ihn fast vollständig. Nur ab und zu drang ein zaghaftes Leuchten der Blumen nach außen oder ein ganz gewagter Kirschbaumast bahnte sich seinen Weg an die Oberfläche.
Sie lächelte, denn der Teppich war warmblau und roch so wundervoll nach Wildwasser. Ihn zu berühren musste sich anfühlen, als ob man in dem weichsten Wolkenkissen versinken würde.
Sie weinte, denn Sie durfte ihn nicht berühren. Wenn sie ihre Finger nach ihm ausstreckte, kam ihr eine flauschigwollige Hand entgegen, aber zog sich kurz bevor Sie sie hätte spüren können, wieder in sich zurück.

So vergingen Tage und Wochen. Sie vermisste ihren Garten, aber traute sich nicht, den wertvollen Teppich einfach aus ihrem Reich zu verbannen.

Eines Abends jedoch fasste Sie einen Entschluss. Sie stand auf und begann zu fegen. Sie trieb den Teppich zusammen, bis er immer kleiner wurde. Schließlich war er so klein, dass Sie ihn greifen und in ihren Händen zu einer festen Kugel formen konnte. Sie grub ein Loch in den Boden des Gartens, ließ die Kugel hineingleiten und schüttete lockere Erde darüber, die sie festklopfte, als das Loch wieder komplett aufgefüllt war.

Sie weinte eine Träne und kletterte auf den Kirschbaum.

Geblendet

25. Januar 2009

Du bist…
– – – – – Im Niemandsland

– – – – – Der dunkelblauen Einsamkeit
– – – – – Im Stich; voller Zweifel
– – – – – – – – – – – An sie

Du bist…
– – – – – Kilometerweit entfernt
– – – – – Vom Horizont und dem Gipfel
– – – – – Zurückgeblieben; verraten
– – – – – – – – – – Von ihr

Du bist…
– – – – – (Warum hat sie das gemacht?
– – – – – Dich getreten und gehasst
– – – – – Die Blumen in den Staub geworfen)
– – – – – – – – – – So Falsch