Archive for the ‘Haha’ Category

Hühnergeschichten XII

3. Februar 2010

Huhn 1, 3 und 6 sitzen bei ihrem Lieblings-Japaner über Tekka Maki und in Sojasoße getränkten Ingwerstückchen und diskutieren die üblichen Altweiberprobleme.

Huhn 6: (schaut auf ihre Fingernägel) Ich glaube, ich werde mir gleich in der Apotheke solchen Nagellack holen, der eklig schmeckt, damit ich mir das Kauen endlich mal abgewöhne. (wedelt mit ihren Nägeln vor den Gesichtern der anderen Hühner rum)

Huhn 3: Das ist doch ein gute Idee. Mach das.

Huhn 1: Ich wusste gar nicht, dass es sowas gibt. Aber ja, das hilft bestimmt.

Huhn 1, 3 und 6 pieksen zufrieden in ihrer Vorspeise herum.

Huhn 3: Ich glaube, ich nehme diesmal die Muscheln.

Huhn 1: Apropos Apotheke; ich hab da so ein neues Schmerzmittelrezept: Tropfen! Wusste gar nicht, dass es sowas gibt. Magenschonend und – tataa – wirksam, wie ich eben feststelle. Hab sie vor einer halben Stunde im Unterricht genommen und – puff – alles gut!

Huhn 6: Wow, kann ich mir mal eben den Namen abschreiben, ich will die auch.

Huhn 1: Bin mir aber nicht sicher, ob es die rezeptfrei gibt…

Huhn 3: Oh ja, ich nehme jetzt einfach mal die Muscheln.

Huhn 1, 3 und 6 bestellen zwischendurch ihr Essen (Huhn 3 nimmt das Gericht mit den Muscheln).

Huhn 1: Ist der dann eigentlich auch so resistent, dass der noch bestehen bleibt, wenn man ’ne ganze Weile dran rumlutscht?

Huhn 3 und Huhn 6 starren wortlos Huhn 1 an.

Huhn 1: Wat’n?

Huhn 6: (sichtlich nach Antworten ringend) Oh mein Gott, wovon sprichst du???

Huhn 1: Hä? Na von dem Nagellack! Was dachtest du denn? … Oh…

Huhn 6: Ach!!! Ja.. äh ja… äh… wie war die Frage?

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Samstag morgen

17. Januar 2010

Es gibt so Leute…

die gehen Samstag früh in die große Bibliothek, schlängeln sich durch die Regale und lassen sich samt Ausbeute ein bisschen erschöpft auf einem der knarren Stühle vor dem hässlichen Tisch fallen. Starren auf den PC-Bildschirm und rubbeln sich die müden Äuglein. Blättern dann ganz zurückhaltend und aufs Vorsichtigste darauf bedacht, die anderthalb Jahrhunderte alten Seiten nicht zwischen den Fingerspitzen zu zerbröseln. Schneuzen erkältet ins Taschentuch und schielen ein bisschen beschämt zu den anden Arbeitswilligen hinüber, ob sich schon einer daran stört. Klappern verkrampft über die Tasten in der Hoffnung, den Aufschlagsklang so sanft wie möglich erklingen so lassen und trotzdem nichts an der ursprünglichen Tippschnelligkeit einbüßen zu müssen. Schneuzen sich wieder. Strecken gedanklich die Zunge raus, als ein Sitznachbar genervt das Weite sucht. Husten noch ein bisschen, damit der seine Entscheidung nicht bereut. Packen schließlich rascheln und knautschend den ganzen Krams zusammes und niesen im rhythmischen einklang in den Ärmel. Blicken arrogant über die entnervten Strebergesichter hinweg und bewegen sich trampelnd gen Ausgang. Und freuen sich darüber, was für einen netten Start ins Wochenende sie doch hatten.

Es gibt so Leute!

Na und? Ich steh dazu.

Neulich in einem Knallbonbon

27. September 2009

Nicht nur wegweisende Weisheiten („Speech is great, but silence is greater.“) sondern Witze, die uns den Tag versüßen sollen, finden wir in den glitzrig-bunten Knallbonbons. Doch nachdem wir den Inhalt eines besonders hübschen Exemplar durchforstet hatten, war die Reaktion doch eher ernüchternd. Lag es an dem Knall, war es kein formvollendetes PLOPP sondern vielleicht nur ein Plöppchen? Gab es kein spannendes oranges Plastepferdchen als Spielzeugbeigabe? Nein, das war nicht das Problem. Sondern folgendes:

witz

Eine Frage: Hä?
Ich fühle mich ganz schlecht, denn ich verdiene es nicht, diesen wertvollen Witzezettel in meinen Händen zu halten. Ich kapiere ihn nämlich nicht. Welche geheime Botschaft mag sich wohl hinter diesen sorgsam gewählten Worten verstecken? Wer kann weiterhelfen?

Versimst

26. Mai 2009

Neulich Nacht bekomme ich eine sms von einer mir unbekannten Nummer:

Finchen*, trinke endlich mal wieder euren Gin Tonic in einem duftenden Bad liegend. Denke an unser Wochenende. Kuss Irmchen*.

*die Namen sind aus Respekt vor der Schreiberin und der Adressatin geändert (die Verniedlichungsform ist aber geblieben)

Aha. Ich werde Irmchen einfach mal in dem Glauben lassen, dass ihre sms das Finchen erreicht hat. In der Zwischenzeit weint sich Finchen zwar vielleicht die Augen aus, weil sie nicht weiß, wo ihr Gin Tonic geblieben ist, aber immerhin erspare ich Irmchen somit ein bisschen Peinlichkeit.

Immerhin kann ich mich selbst auslachen

17. Mai 2009

Ich bin gerade über ein anderthalb Jahre altes Geschreibsel im Internet von mir gestolpert und hab‘ mich darüber gewundert, wie sehr mein Wille zu gutem, anspruchsvollem Schreibstil doch in seiner Ausgeprägtheit schwanken kann. Bei selbstverfassten Filmrezensionen zum Beispiel mäßige ich mich zur Seriösität (es sei denn, ich rede über so verschnuddelt-schlechte Filme, die geradezu danach schreien, eine freche Bewertung dahergeschleudert zu bekommen).
Wenn ich denn aber einen Kommentar zu einer von jemand anders geschriebenen Rezension abgebe, scheint mich nichts mehr zu halten. Da sprudelt es aus mir heraus und dann ist es auch egal, ob der alte Ghetto-Sprachstil wieder durchkommt. In diesem einen Beispiel, das mir gerade durch Zufall zu Aug‘ gekommen ist, ging es gerade darum, dass „Ice Age2“ ein bisschen schlechter ist als der erste Teil und optisch weniger anspruchsvoll als „Findet Nemo“. Und um diesem Konsens Einhalt zu gebieten, ließ ich mich zu folgendem Kommentar hinreißen:

kratzi

Also ich habe diesen Film nur einmal gesehen und kann mich daher nicht mehr so genau an mein Wertungsempfinden erinnern und ob es nun super oder supergeil war und deshab kriegt Ice Age 2 von mir einfach 6 Sterne [Anm.: das ist die Höchstwertung.]. Und wisst ihr, wieso? Weil eine Szene in diesem Film einfach alles raushaut; die is so sautoll, dass der Rest ruhig doof sein kann (was er natürlich trotzdem nicht ist): Als der kleine… na wie heißt er… Kratzi oder so (na das Vieh mit der Nuss) in einem Adler-Geier-Sonstwas-Nest sitzt, der große Mamavogel kommt und Kratzi nur so: „Ähä… Piep?“ Da hab ich mich soooo weggeschmissen!!! Könnt mich jetzt schon wieder kringeln

Und ich finde rein visuell „Ice Age“ besser als „Findet Nemo“. Klar ist der nicht so hightech und supertechno, aber gerade das gefällt mir. Ich finde die Animation bei Nemo (vor allem das Wasser) so übertrieben realistisch, dass es schon wieder blöd ist. Weniger ist mehr. Ich steh mehr auf alten Zeichentrick.

Wer hat jemals einen seriöseren Kommentar geschrieben? ^^
Naja, ist ja auch schon eine Weile her, wie gesagt: anderthalb Jahre. Da war ich ja quasi erst… na ungefähr… 15. 😉


Hineinlauschen

4. März 2009

Mit sich selbst in seinen Gedanken reden klappt. Guckt mal, was ich heute in mir belauscht habe:

„Ab diesem Jahr mach ich viel mehr das, was ich will, als das, was ich einfach nur muss. Ich genieße mein Leben und hab weniger Stress. Ach, wird das schön.“„Haha! You fool! You foooooooool!“

Ey, es ist echt gemein, von sich selbst so verspottet zu werden. Such dir ein anderes Ich, du Doofi!

2. Februar 2009

Neulich im Zug. Der eine zum anderen:

„Näää, mach dir keine Sorgen. Wir können die Ausbildung nicht durchfallen.“

Ego-Kino

14. Januar 2009

Manchmal fühlt man sich richtig cool im Kino.
Zum Beispiel wenn man kurz vor Filmbeginn den halbgefüllten Saal betritt und ausschließlich 25 bis 50jährige Männer mit Bierflaschen in den Händen erblickt. Da hopst man quietschvergnügt in seinem flattrigen Röckchen und mit Pferdeschwanz im Schlepptau auf seinen Sitz und genießt es, aufzufallen, weil man sich als quiekendes Mädchen einen Bummbummfilm für richtig harte Männer anguckt.  Und während sich die Kerle in ihren Sitzen noch fragen, ob ich mich nicht im Kinosaal geirrt habe, kann ich mich zurücklehnen und auf „Death Race“ freuen.

An anderen Tagen jedoch kommt man sich richtig doof vor.
Da steht man inmitten von diesen quiekenden, bezopften Schulmädchen in Flatterröckchen und kommt sich richtig fehl am Platz vor. Auch die beide Männer mit ihren Bierflaschen, die irgendwie noch fehlplatzierter wirken als ich, können mir mein Schamgefühl nicht nehmen. Zwischen „Kann ich die Mathehausaufgaben bei dir abschreiben?“- und „Guck mal! Mein neues Handy glitzert rosa, wenn Timmi anruft“-Gören lässt man sich auf seinem Platz nieder und zuckt zusammen, als alles in unerreichbar hohen Oktaven aufkreischt, weil gerade der Titel des Films – „Twilight“ – eingeblendet wird.

Uff! Das drückt mein Ego aber ganz schön nach unten. Jetzt brauch ich schnell eine Ladung „Crank 4“ oder „Terminator 4“ (mich deucht, es ist das Jahr der vierten Actionteile), um es wieder aufzumöbeln…

Ausgerufen

12. Dezember 2008

Heute im Supermarkt:

„Frau Zitzke bitte mal zur Kasse 4, Frau Zitzke bitte!“

Philoso-Fisch

2. Dezember 2008

Neulich im Kurs: „Ich weiß nicht, ob es sowas wie unbekümmertes Lesen überhaupt geben kann. Denn ich, die das liest, bin ja auch eine Person!!!“ – (hab den Kurs geschmissen)

Ein andere Weisheit von einer klugen Kommilitonin: „…das ist etwas sehr lineares, aber auch fragmentarisches, vor allem aber hybrides…“ – (ich hatte schon da keine Ahnung, worum es eigentlich ging)

Manchmal fühl ich mich cooler, wenn ich nichts verstehe.