Archive for the ‘Nervig’ Category

An den Nerven

19. Dezember 2010

 

Der Strom wird für die nächsten Stunden abgestellt – zupf, zupf
„We had to block your account because you tried to log in from an unknown region.“ – rupf, rupf
Warmes Wasser nur von 18-22 Uhr. Dann entweder in „lau“ oder als „brühdampf“ – zerr, zerr
Alle paar Wochen hat man Glück. Da lädt sich die eigene blog-Seite. – reiß, reiß
Hunger. Bauchweh. Übelkeit. Hunger. Bauchweh. Übelkeit. Hunger. – ziiiiiiiiiiiiiieh

Blick aus dem Flugzeug. Großstadt. Aber leider bist es nicht du: großes B.

Was n i c h t gegen schlechte Laune hilft:

9. Februar 2010
  • extra früh aufstehen, um dann ewig auf die U-Bahn zu warten
  • die lang erwartete U-Bahn weiterfahren lassen müssen, weil man nicht mehr reinpasst
  • auf Antworten warten
  • auf Geld warten
  • auf Post warten
  • 4 Stunden am Tag in öffentlichen Verkehrsmitteln zubringen
  • frieren
  • das Kaffeemädchen sein
  • sich über andere ärgern
  • Müdigkeit

Also an alle, die ihr es versuchen wollt, mit diesen offensichtlichen Mitteln eure Grummligkeit zu bekämpfen: lasst euch was besseres einfallen. Und erzählt mir davon.

Du dämliche, alte Bratze

20. Januar 2010

Manche Leute sind so erbärmlich, dass man sie links und rechts am Kopf bei den Haaren packen und festhalten möchte, um ihnen seine grottige Meinung über sie ins verständnislose Gesicht zu blaffen. Da will man vergessen, wo man seit drei Jahren wohnt, und den alten Ghetto-Slang wieder rauskramen – den von der üblen, niveaulosen Sorte. Ungefähr wie das Zitat aus dem Dokufilm Prinzessinnenbad „Ich komm‘ aus Kreuzberg, du Mu*schi!“, aber das wäre ja unhöflich, denn ich komm‘ ja gar nicht aus Kreuzberg.

Schon beim ersten Schritt aus der Tür höre ich sie. Ein kleines Mädchen weint laut nach seinem Papa. Eigentlich nichts Ungewöhnliches – hier gibt es viele Kinder und somit auch viel Geschrei, an das man sich längst gewöhnt hat. Auf dem Weg zu meiner Haltestelle gehe ich an der Kleinen vorbei, die allein auf dem Gehweg steht und ruft. Erst, als ich ein paar Schritte an ihr vorbei bin, fällt mir auf, dass die Situation aus irgendeinem Grund doch nicht so gewöhnlich ist, wie sie mir zunächst vorkam. Ich drehe mich um und da steht sie immer noch. Links von ihr, 20, 30 Meter entfernt in einem Park steht eine Oma und guckt. Rechts, auf der anderen Straßenseite gehen zwei Jungs vorbei und schauen her. Aber sonst ist niemand da.
Okay, hier stimmt was nicht. Ich gehe zurück, verpasse gedanklich schon meine Straßenbahn, in die ich aber nur mit Magenschmerzen eingestiegen wäre, wenn ich nicht wenigstens kurz nachgefragt hätte. Und das tue ich jetzt und spreche die Kleine an. Sie erinnert mich an mich, als ich klein war, denn sie dreht sich verschüchtert weg und ist auf einmal ganz still. Ich hocke mich hin, versuche, sie anzusehen. „Bist du allein hier?“ „Suchst du deine Eltern?“ „Weißt du, wo du wohnst?“ Große, nassgeweinte Kulleraugen und ein „Meine Mama!“ sind die Antwort. Schitt, denke ich, was nun? Weitere Versuche, ihr zu entlocken, wo sie denn wohnt und wo ihre Eltern zuletzt gewesen sind, bringen nichts.
Die arme. Sie wird Angst haben, wenn gleich die Polizei kommt, die ich jetzt rufen werde, damit sie sich der Kleinen annehmen, denn ich weiß nicht mehr weiter.
Ich drehe mich um, denn die Oma steht immer noch im Park und guckt. Einen Versuch ist es wert, auch wenn ich mir keine großen Hoffnungen mache, dass sie etwas weiß. „Wissen Sie zufällig, zu wem das Mädchen hier gehört?“, rufe ich ihr zu.

„Ja. Die gehört zu mir.“

Wie vom Donner gerührt starre ich die Alte an. Was?

„Ja… und warum steht die Kleine dann hier und Sie stehen dort?“

„Na, die soll herkommen.“

Vorbei. Aus. Ich kann nicht mehr. Mit meiner erkälteten Stimmte schleudere ich ihr im zickigsten Tonfall, den ich zustande bekomme und den ich eigentlich hasse wie die Pest, entgegen, was das ganze denn soll und warum sie mich nicht aufgeklärt hat, da ich mir doch offensichtlich totale Gedanken gemacht habe. Ich fühle mich wie der letzte Trottel.

„Tut mir leid“, sagt sie ein bisschen kleinlaut, genervt.

In mir brodelt’s und ich kann mich geradeso beherrschen, um nicht noch weitere Prinzessinnenflüche von mir zu geben, denn neben mir steht immer noch Jemand, den ich nicht erschrecken möchte. Ich mache auf dem Absatz kehrt und stapfe wütend Richtung Haltestelle. Mir kommt ein Mann mit einem klappbaren Kinderwagen entgegen. Wo war der bitte die ganze Zeit? Wieso lässt die Alte ihre Enkelin allein auf dem Gehweg zurück, wo doch nebenan eine befahrene Straße ist, mit Tram und Autos? Und warum geht sie nicht dazwischen, als sie merkt, dass sich jemand Sorgen macht, obwohl sie die Situation doch ganz einfach hätte aufklären können? Und warum überhaupt lässt sie es zu, dass die Kleine minutenlang mit einer Fremden spricht? Was um alles in der Welt braucht es, um ein dermaßen unterirdisches Niveau an Denkleistung zu erreichen?

Und wieso bin ich am Ende die Dumme?

Die Bahn kommt mit mächtiger Verspätung, sodass ich sie noch kriege. Ich hasse das, aber gerade ist es mir egal.

Verfrühte Vorfreude

27. Mai 2009

sommer

Es ist Zeit für:

Sonnencremeduft; komische Frisuren, die den Scheitel verdecken, Betacarotin, Sangria im Straßencafé, stickige Uniräume und eine angenehm kühle Wohnung, Ballerinas von Görtz17, Sommersprossen auf der Schulter.

Oh, es hat geregnet und ist wieder kalt geworden. Hm, naja. Dann eben doch nicht.

Warum man Menschen hassen kann

14. Mai 2009

Der pubertäre Junge neben mir in der U-Bahn, der auf mich zeigt und mit der anderen Hand eine eindeutige Geste über seinem Schritt macht.

Die autoritäre Dame vor mir beim Bäcker, die die nette Verkäuferin grundlos in alter Lehrerinnenmanier anschnauzt, weil diese nicht Gedanken lesen kann.

Die sonnenbebrillte Mittvierzigerin mit königlichem Verhalten, die mir und meinem Einkaufswagen im Weg steht und mich – den Pöbel – zur Seite wegwinkt.

Der strebsame Student im Unikurs, der keine Ahnung hat und trotzdem andere unterbricht und seine erdachten Antworten in den Raum brüllt – jedes Mal und immer wieder die falschen.

Ich muss euch nicht schlagen, euch treten oder theatralisch vor euch mit den Augen rollen. Ich will euch nur sagen: Ihr seid der Grund dafür, warum es Misanthropen gibt.

Bis obenhin

14. April 2009

schuhe

Ich mag es gar nicht, im Moment keinen Kopf für meine Lieblingsdinge zu haben. Da ist mein Stück vorangekommen und muss sich nun mit dem Neuen bekanntmachen, darf dabei die alten, noch laufenden Aufgaben nicht vergessen, und die in den Urlaub geschickten muss man wieder hervorkramen. Das Einkaufenmüssen wird nach hinten verschoben, der Bauch füllt sich gerade eh mit was anderem als essen. Da der Kopf voll ist, wurden Gefühle nach unten verlagert.
Bloggen, Bücherbloggen und Blogslesen, E-Mail-Wartende beruhigen, zum Grillabend Ja sagen. Ich würd’s so gern.

Zeit hat man nicht, Zeit nimmt man sich.
Stimmt. Aber einen Kopf kann man sich nicht nehmen. Den hat man nur. Und ich gerade nicht.
Ich hoffe, die Phase der neuen Rhythmisierung ist bald überwunden. Und dann hab ich wieder einen.

Schlag doch mal einer die Frau vom Star

16. März 2009

Nach „Schlag den Raab“ nun also auch „Schlag den Star“. Dabei wollte man bei der Premierensendung am vergangenen Freitag doch eigentlich wem anders mal eben eine ‚runterhauen.

Aber mal von vorn: Das erfolgreiche Konzept von „Schlag den Raab“, das auch Nicht-TV-Total-Gucker bis spät in die Nacht hinein vor den Fernseher zu fesseln versteht, wird einfach ein bisschen abgeändert, verkürzt und dann „Schlag den Star“ genannt, bei dem Stefan Raab selbst nun moderiert und immer wieder ein neuer Promi gegen einen Normalsterblichen in verschiedenen Sport-, Geschicklichkeits-, Glücks- und Wissenspielen antritt. Wenn der Promi gewinnt, gibts Anerkennung und Steigerung des Egos um drei, vier Einheiten. Wenn der Normalo gewinnt, gibts Kohle. (Da will man ausnahmsweise wohl mal nicht der Promi sein)

Am Freitag, den 13. März, gabs dann das erste mal die Neuauflage im TV zu sehen – und zwar mit Stefan Effenberg als zu schlagender Promi und einem gewissen Oliver (oder hieß er anders?) als Normalo.
Ach ja, und noch jemand stand ständig im Fokus der Aufmerksamkeit (oder schlängelte sich laut kreischend und wild gestikulierend hinein): Frau Sowieso Effenberg, die im Publikum saß und „fast spucken musste“ vor Aufregung, weil Schatzischatz und Blondierungskumpane da vorn auf der Bühne einen Wettkampf nach dem anderen gewinnen sollte. Zwischendurch durfte sie ab und zu mal was sagen und man erfuhr neben der Information über ihre ihr auf den Magen geschlagene Nervosität auch, dass sie gern mit offenen Mund Kaugummi kaut. Man könnte es Enthusiasmus nennen oder auch übertriebene Showeinlage – jedenfalls war Frau F. immer ganz aus dem Häuschen, wenn ihr Angetrauter mal wieder ein Spiel gewann und zum Schluss sogar Endsieger wurde. Ja, so ein bisschen Freude kann ja nicht schaden, aber muss man das gleich mit einem lauten „Ich liebe dich! Ich wusste, dass du’s schaffst!“ ausdrücken?
Ja klar, da hat ihr Macker natürlich haushoch gewonnen. Also beinahe haushoch. Um ehrlich zu sein, wars bei jedem Sportspiel verdammt knapp, genauso wie beim Glücksspiel (aber da kann man schon echt wahnsinnig stolz drauf sein, wenn man so etwas für sich entschiedet) und am Ende auch beim Bierkästenstapeln, wo der Held dieser Sendung einfach die Zeit ablaufen ließ und hoffte, dass sein aufgeregter Normalogegner ihn nicht mehr rechtzeitig einholen würde.
Grandiose Leistung, echt. Vor allem bei dem Wissensspiel. Ach nee, DAS hat er ja verloren, der Promi. Und das wirklich haushoch. Ja, so Politik und Kunst sind wirklich schwierige Bereiche, aber wer sich dann als Fußballer noch nicht mal mit Fußball auskennt und als Nichtswissender noch nicht einmal wenigstens mit Comics, der verliert nebem dem Spiel auch noch die Herzen der Zuschauer.

Deswegen liebe Frau vom Star: reg dich mal ein bisschen ab, setz nicht so auf billige Show. Gesäusel und Gequieke, Gehopse und Kaugummigemalme nerven! Wenn du unbedingt ins Rampenlicht willst, dann lass dich das nächste Mal gefälligst selbst schlagen.
Aber ordentlich.

Falschherummes Einkaufen

9. März 2009

Manchmal läufts in der Welt falschverkehrt.

Da kriegt man eines Tages (man hat schon Böses geahnt, aber irgendwie nicht so etwas!) einen Brief, in dem einem die Bestellung eines Probe-Abos bestätigt wird. Hm. Man guckt auf den Absender und wundert sich, warum man diese Zeitung abonniert hat. Diese, deren Titel ein bisschen nach Würstchen klingt und die so ganz generell sein will. Und dann zweifelt man an sich selbst und überlegt, wann man das letzte mal so betrunken war, dass man sich nicht mehr daran erinnern kann, einen Bestellzettel ausgefüllt zu haben. Und man kommt zu dem Schluss: Näää, das hab ich niemals gemacht. Und hat ab sofort aber trotzdem jeden Tag neue Berichte über Obama und Wetter im Kasten.

Oder man zieht um und will neuen Internetzugang. Da ruft man hier und da mal an und kriegt da und hier nur Stirne über die teure Servicenummer hindurchgerunzelt und man erkennt, man muss das anonymer machen und im Internet sein Internet bestellen. Bei diesem Anbieter, der wie ein Heißgetränk anfängt und mit einem perversen Befehl endet. Dann macht man das und freut sich und ist stolz und wartet ab und wartet und wartet immer noch. Da kommt nichts und man ruft wieder die Stirnerunzler an, die aber weiterrunzeln und man sieht ein, dass dies alles wohl bei einem ewigen, internetlosen Runzeln bleiben wird.

Wäre es langweilig, wenn es einfach mal korrekt laufen würde?
Nö. Nur stressfreier.

Füllerei

29. Januar 2009

Wenn man einen Füller nur selten benutzt, dann verbringt man die erste Zeit, die man ihn in der Hand hält, damit, ihn wieder aufzupäppeln. „Komm schon, mein Kleiner, gib dir Mühe“, redet man ihm gut zu und klopft ihm auf den Rücken, bis er schließlich seine Reserven zusammennimmt und einen Klecks dunkelblauer Flüssigkeit ausspuckt. Mit tätowierten Fingern malt man dann Kringellinien über ein nutzloses Stück Papier, um ihn zum Schreibfluss anzuregen. Außer ein paar zartblaue, kaum sichtbare Linien und aufgerauhte Papieroberfläche bringt man aber nichts zustande. Man schüttelt ihn ein bisschen und taucht ihn mit dem Köpfchen in seinen eigenen Lebenssaft. Wieder nur Krakellinien. „Komm schon, Baby“, ermutigt man ihn und schon bald sind 10 Blatt nutzloses Papier, der Kalender, ein Briefumschlag und alte Hefter voll mit angestrengten Strichen. Aber nirgends ist eine klare, weichblaue Linie zu erkennen.

„Ach, dann mach doch weiter Urlaub“, gibt man entnervt auf und schnappt sich einen Kuli.

Dit fängt ja jut an

2. Januar 2009

So. Dit neue Jahr, wa?

Erst ma hab ick seit dem Mitternachtsböllern an Silvester schlimm Rückenweh, so dass ick mir wie eene alte Omma (mit Rückenweh) fühle und in der Bibliothek eins von den drei dicken Büchern wieder zurückgeben muss, weil ick in meinem lädierten Zustand nich alle tragen kann. Weeßte!
Die Bibliothek dichtet mir an, ein Buch verbummelt zu haben; dabei ham die dit selba wegjebummelt. Aber wer kriegt die Mahnjebühren? Icke! Also weeßte!
Denn schneit ditte, is popo-kalt und rutschelig. Is ja schon schlimm, wa? Reicht ja schon, um schlimm zu sein. Aber wat is noch? Jenau. Der Reißverschluss von meinem Mantel is putt. Na perfektet Timing, wa? Mann weeßte echt ey.

Ach weeßte, liebes neues Jahr, so fangen wa jar nich erst an!!!